Lohnt der Umstieg auf Vista?

vista.pngSeit 30.01.2007 steht es nun im Handel und wird den Computerherstellern mit massig Druck aufgezwungen, damit die es auch ja auf jeden verkauften PC vorinstallieren. Windows Vista. Aber lohnt es sich tatsächlich jetzt bereits auf die neueste (Baustelle) Innovation aus dem hause Microsoft umzusteigen?

Egal was man liest im Netz, jeder beschwert sich, die einzigen positiven Dinge, die immer Erwähnung finden sind das verbesserte Sicherheitskonzept und das Eingabefeld im Startmenü. Aber mal im Ernst, in den letzten Jahren hat zumindest mich kein Virus um die Kontrolle meines Rechners gebracht. Und selbst wenn es passiert, sind meistens auf Unvorsichtigkeit der Benutzer zurückzuführen, und die wird sich auch mit dem neuen Windows nicht verbessern. Auch werden die andauernden Sicherheitsabfragen von vielen Nutzern als unnötig und störend empfunden (zum Beispiel beim Löschen einer Verknüpfung vom Desktop). "Das Wegwerfen der leeren Milchtüte erfordert Administratorrechte, wollen sie dies wirklich tun?" – Nun ja mir fällt gerade kein Grund ein leere Milchtüten aufzuheben.
Es scheint auf jeden Fall Gründe dafür zu geben nicht auf Vista zu wechseln, sondern auch weiterhin auf Windows XP zu bauen, oder womit erklärt man sonst, dass DELL jetzt auch wieder PCs mit XP anbietet?? (HP und Lenovo übrigens auch) Und besser noch, in den USA wird DELL in einigen Wochen Linux auf einigen seiner Systeme vorinstallieren (heise).
Doch zurück zum Wort Baustelle wären, denn genau das scheint Vista zu sein, eine unfertige Baustelle. Man könnte es fast wagen das Wort "Beta-Version" in den Mund zu nehmen, da hilft auch der beste 3D-Desktop nichts mehr.
Das schlimmste allerdings an der ganzen Vista Geschichte ist, dass die Hersteller, ob nun Soft- oder Hardware, aus der Umstellung Profit ziehen werden, und das auf dem Rücken der Benutzer.
Mal angenommen, ich hab mir vor zwei Jahren einen neuen Scanner gekauft, wenn ich den heute an einen Vista-Rechner anschließe kann es gut passieren, dass das Ding nicht erkannt wird, und auch auf der Herstellerseite keine Vista-Treiber zu finden sind. Das einzige was dann noch hilft, ist ein neuer Scanner mit Vista Compatible Aufkleberchen. Und bei den Programmen sieht es leider nicht viel besser aus. Viele Softwareschmieden verzichten darauf, Patches für ihre Software zu bringen, damit diese auf Vista einwandfrei läuft. Stattdessen schmeißen wir einfach mal ne neue Version auf den Markt, is doch ne gute Gelegenheit Kohle aus der ganzen Umstellung rauszuholen, und am Ende können wirs auf Microsoft schieben.
Nicht schön für Microsoft, aber ich denke sie habens sich redlich verdient. Microsoft hat es schlicht verpasst vom Feature-Zug abzuspringen. Statt dessen programmiert man wild drauf los und knallt Feature für Feature schon ins Betriebssystem, ohne zu bedenken, dass mit wachsender Komplexität auch die Fehlerquote wächst. Man hört immer, dass man möglichst nicht vor dem ersten ServicePack, das übrigens angeblich dieses Jahr kommen soll, umsteigen sollte, was aber wenn ich jetzt einen neuen Rechner kaufe? Vista mitkaufen und wegschmeißen? Ich glaub ich werd mal noch ein paar XP Lizenzen bei ebay erstehen, die könnten bald viel Geld bringen hab ich das Gefühl. 🙂
Nun gut, genug der klagen, ich für meinen Teil habe eine Entscheidung getroffen, ich werde bei XP bleiben, zumindest zum zocken, denn fürs Arbeiten ist der komplette Umzug auf KUbuntu bereits so gut wie abgeschlossen. Bleibt zu hoffen, dass mehr Hersteller dem Beispiel von DELL folgen, und so Linux eventuell doch noch zum Sprung auf den Normal-Nutzer-Desktop ansetzen kann.

 

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