Archiv für den Monat: Januar 2011

Kurz-Review: Lenovo Mini Wireless Keyboard

Nach den ersten Problembeseitigungen am neuen Media-Center auf XBMC Basis, fehlt natürlich eine benutzerfreundliche Bedieneinrichtung, sprich Fernbedienung. Ein Mitstreiter aus dem einfachjabber.de-Lager, brachte mich auf eine scheinbar geniale Hardware aus dem Hause Lenovo, das Lenovo Mini Wireless Keyboard (Affiliate-Link).

Da ich sofort begeistert von der Idee war, wurde das kleine Gadget sofort bestellt. Nach wenigen Tagen traf es auch ein und der Ersteindruck nach dem Auspacken war auch recht positiv. Der USB-Funk-Empfänger war Platzsparend im Batteriefach untergebracht, Batterien waren ebenfalls beigelegt.

Also sofort das Gerät mit Strom versorgt und den Mini-USB-Empfänger mit dem Media-Center bekannt gemacht. Und was soll ich sagen, keine drei Sekunden später war die kleine Tastatur-/Trackball-Kombination voll einsatzbereit. Der Mauszeiger reagierte auf Bewegung des Trackballs, Links- und Rechtsklick waren ebenfalls funktionsfähig (wenn auch die "Zwei-Daumen-Bedienung" durchaus gewöhnungsbedürftig ist). Die Standard- und sogar die Multimedia-Tasten der Tastatur führten sofort zum erwünschten Ergebnis beim gestarteten XBMC. Alles in allem eine Runde Sache, bei der man Plug & Play, auch unter Linux (getestet mit Ubuntu 10.10), absolut wörtlich nehmen kann.

Keyboard-/Trackball-Kombination und Mini-USB-Empfänger

Hört sich alles recht positiv an, und doch habe ich das kleine Multimedia-Bedienwerk gestern wieder zurück in seinen Karton befördert und zurück zum Händler geschickt. Hier die Gründe:

Unter einer Fernbedienung für ein Media-Center stelle ich mich schlicht etwas anderes, mehr Fernbedienungsartiges vor. Gerade was den WAF angeht, und der ist gerade bei einem Media-Center im Wohnzimmer nicht zu unterschätzen, liegen das Mini-Keyboard und eine "normale" Fernbedienung meilenweit auseinander.

Zweiter negativ auffallender Punkt ist der Trackball. Warum Lenovo hier nicht den aus den Notebooks bekannten Trackpoint verbaut hat, bleibt mir ein absolutes Rätsel. Dieser hätte gegenüber dem sehr wackeligen Trackball, sowohl in der Verarbeitung, bei der Bedienbarkeit einige Vorteile hätte.

Mit dem Stichwort wackelig kommen wir direkt zum letzten Kritikpunkt, der Verarbeitung. Den die ist für ein Gerät um die 50€ wirklich nicht als gut zu bezeichnen. Die leicht gummierte Rückseite ist da noch das haptische Highlight des Gerätes. Insgesamt ist es zu leicht und wirkt dadurch extrem billig. Die Oberseite hat eine Klavierlack-Optik, die aber über den Plastik-Untergrund nur mäßig hinwegtäuschen kann. Das bei weitem Schlimmste und der Hauptgrund für die Rücksendung ist aber der bereits angesprochene wackelige und unpräzise Trackball. Wackelig in dem Sinne, das er sich sobald man das Gerät etwas heftiger bewegt sich derart im Gehäuse umherwackelt (begleitet von unüberhörbarem Klackern), dass der Mauszeiger auf dem Bildschirm ebenfalls in Bewegung gerät. Unpräzise ist hier denke ich subjektiv zu sehen, da ich immer mehrere Anläufe dafür benötigte den Zeiger der Maus an die gewünschte Stelle zu bewegen. Mag aber eben auch an meiner eigenen Unfähigkeit liegen.

Trotz allem, würde ich den Artikel gerne mit zwei positiven Dingen beenden. Das ist zum einen die Tastatur, die mit klarer Rückmeldung und vergleichsweise guter Verarbeitung sehr angenehm zu bedienen ist. Zweiter positiv zu bewertender Punkt ist, dass man das Gerät durch einen an der Rückseite befindlichen Schalter komplett ausschalten kann, was der Lebensspanne der Batterien durchaus zuträglich sein dürfte.

Alles in allem, ein eher ernüchterndes Erlebnis, welches meinen Blick wieder auf eher konventionelle Fernbedienungen zurückschwenken läßt, wenn man eine Logitech Harmony 700 (Affiliate Link) als eine solche bezeichnen möchte :)

Google begräbt H.264 (im Internet)

Und das meine ich genau so provokativ wie es dort in der Überschrift steht. Wie sie das machen/gemacht haben und warum das gut ist folgt in den nächsten Absätzen. Ich werde nicht auf technische Details eingehen und manches geschriebene wird dem ein oder anderen sauer aufstoßen, schlicht falsch sein, oder nicht alle Seiten der Geschichte gleichmäßig beleuchten. Auch ein wenig Polemik ist sicher dabei. Lasst eurem Ärger freien Lauf und verbessert mich wo ihr nur könnt. Aber vor allem: Informiert euch, nicht nur hier, sondern auch an anderer Stelle.

Worum geht es?

Das Web, bzw. die Seiten darin sind (zum Großteil) in HTML geschrieben, eine Auszeichnungssprache, die Text so verpackt, dass er von z.B. Browsern formatiert dem Nutzer präsentiert werden kann. Der Standard bisher dafür ist HTML Version 4. An der neuen Version dieses Standards in Version 5 wird zur Zeit gearbeitet, sie ist aber auch schon in einigen Browsern integriert und kann dort genutzt werden. Ein Bestandteil, den HTML4 bisher vermissen ließ ist das Darstellen von Audio und Video ohne den Zwischenschritt über den Flash-Player. So werden mit HTML5 Videos direkt in Webseiten einbettbar sein, und ohne zusätzliches Plugin abspielbar werden. Für diesen Zweck braucht es einen (oder auch mehrere) Video-Codecs, die in einen Browser integriert sein müssen, damit dieser das Video abspielen kann.

Der Stein des Anstoßes: H.264/MPEG-4 AVC

H.264 ist ein Video-Codec. Ein sehr effizienter noch dazu. Eingesetzt wird er in vielen Bereichen, zum Beispiel ist er einer der drei erlaubten Video-Codecs für Blu-ray-Discs und für das aussenden über DVB ist er seit 2004 ebenfalls zugelassen. Apple als ein großer Verfechter dieses Codecs verwendet ihn für alle aktuellen Plattformen, speziell in Safari und Safari-Mobile, also den Standard-Browsern auf Mac und iOS-Devices. Aber auch Microsoft und Google integrieren ihn im Internet Explorer bzw. Chrome.

Unbeliebt macht diesen Codec allerdings der Umstand, dass man unter bestimmten Umständen Abgaben dafür zahlen muss, will man ihn verwenden. Gerade für Hersteller quelloffener Browser, wie das Paradebeispiel Firefox eine kaum zu überwindende Hürde. Das Geld dafür könnte man sicher aufbringen (sogar Microsoft hat sich da als ein Art Sponsor angeboten und ein H.264 Plugin für Firefox unter Windows veröffentlicht), die Implementierung von H.264 würde sich allerdings arg mit der Philosophie, die hinter Firefox steht, beißen.

Jetzt mag mancher, der sich mit dem Thema am Rande schonmal beschäftigt hat, sagen: "Aber H.264 ist doch jetzt Lizenzkostenfrei."

Das ist soweit auch richtig, die MPEG LA (die Firma die sich um das Eintreiben von Lizenzgeldern für den Großteil der MPEG-Codecs kümmert) hat gesagt, dass H.264 bis zum Ende der Laufzeit der aktuellen Lizenz kostenfrei für die Benutzung im Web bleibt. Was die wenigsten wissen: Diese Lizenz kann alle fünf Jahre geändert/erneuert werden (siehe AVC/H.264 FAQ). Zudem gilt dies wie gesagt nur für freies Internet Video, nicht aber für De-/ und Encoder und auch nicht für Inhalte für die der Endkunde Geld zahlt.

Das mag mancher nicht als so kritisches Problem sehen, aber für das Netz als freies Informationsmedium ist ein mit Patenten hinterfütterter Codec wie H.264 alles andere als nützlich, vielleicht sogar schädlich.

Das Begräbnis

Google hat im Mai letztes Jahr dem Netz einen neuen freien Codec "geschenkt". WebM. WebM soll als der Videocodec für das Netz in Browsern, Settop-Boxen, eigentlich allem das ans Internet angeschlossen werden kann verfügbar gemacht werden um Video direkt und ohne die zu Hilfenahme von Flash abgespielt werden. Der entscheidende Vorteil an WebM? Der Codec ist frei (BSD-Style), und wird es auch bleiben. Das heißt jeder, der möchte kann Inhalte (egal ob kostenlose oder zu bezahlende), De- und Encoder, Hardware (wie Settop-Boxen und Kühlschränke) in der Welt verbreiten ohne das jemand dafür Geld verlangt oder verlangen wird.

WebM ist bisher in Google Chrome (bzw. Chromium), Firefox 4 (zur Zeit in der Betaphase), Opera (ab 10.60) und sogar im Internet Explorer (ab Version 9) implementiert. Die Liste der Unterstützer ist angenehm lang, und mit einigen Big-Playern des Internets das wir heute kennen gespickt. Zusätzlich hat Adobe angekündigt, dass auch Flash WebM als Video-Codec implementieren wird.

Das alles waren aber nur die Vorbereitungen zur eigentlichen Beerdigung. Die erfolgte gestern (11.01.11) mit Googles Ankündigung H.264-Unterstützung aus Google Chrome zu entfernen. Damit werden laut aktuellen Statistiken aber Mitte des Jahres (den Rausschmiss von H.264 aus Chrome, die Releases von Firefox 4 vorrausgesetzt) der Großteil der bei den Nutzern installierten Browser WebM, aber nicht H.264 unterstützen. Safari wird zu diesem Zeitpunkt der einzige Browser (mit nennenswerter Verbreitung) sein, der WebM nicht unterstützt.

Einige Informierte werden jetzt mit dem Argument kommen, dass WebM mit Sicherheit auch bald mit Patentverletzungen bombardiert werden wird. Vermutlich richtig, aber ich denke Google wird sich das Ding sicher nicht ans Bein gebunden haben, ohne über so etwas genug Gedanken verschwendet zu haben.

Die anderen werden sagen, dass WebM gegenüber H.264 gewaltig im Hintertreffen ist. Das mag ebenso wahr sein, zumindest in einigen Fällen, aber bevor x264 aufgetaucht ist war H.264 zu encodieren auch nicht gerade ein Spass für die ganze Familie. WebM wird wachsen und die Liste der Unterstützer läßt mich optimistisch sein.

Der Beerdigungskaffee

Viele mögen es nicht gut finden das Google diesen Weg geht, vielleicht weil sie vor kurzem ihr komplettes Video-Archiv auf H.264 umgestellt haben, oder weil sie ein scheißteures iPhone gekauft haben und damit bald kein Youtube mehr schauen können (Bitte Ruhe bewahren liebe Fanboys, alles nur Spaß). Wiederum andere werden den Tag kaum erwarten können, an dem das H.264-freie Release von Chrome übers Auto-Update geflogen kommt. Veränderungen sind in den meisten Fällen mit Schmerzen verbunden, und auch diese wird einigen weh tun, aber manchmal sind die Schmerzen es einfach wert getragen zu werden.

WebM mag nicht der Weisheit letzter Schluss sein, ich sehe WebM eher als einen Start in ein besseres, freieres Netz, und vielleicht auch als einen Anreiz für andere freie Codecs zu produzieren.

Wie auch immer, ich finde heute ist ein guter Tag für das Netz, seine Benutzer und vor allem für die freie Verbreitung von Inhalten. Punkt.

Hohe CPU-Auslastung durch XBMC trotz “Nichtbenutzung”


Bin gerade dabei mich mit XBMC und dahintergeschaltetem VDR, für Live-TV und Aufnahme, auseinander zu setzen. Kleines Manko dabei ist (war) das XBMC im Leerlauf (auch im XBMC-eigenen Bildschirmschoner-Modus) einen der beiden CPU Kerne vollständig auslastet. Gut wenn man seiner Heizung mal eine Pause gönnen will, aber nichts was man als Dauerzustand haben möchte. In einigen Foren wird dieses Verhalten als "normal" bezeichnet, ist für mich aber ein absoluter Show-Stopper...

Darum hier die Lösung (zumindest in meinem Fall) um die Heizfunktion des XBMC-Rechners auf Dauer abzuschalten:

XBMC starten, im Menü zu

"System -> Darstellung -> Bildschirmschoner"

wechseln und diesen von der Einstellung "Dim" auf "Black" setzen.

Führt bei mir zu deutlich reduzierter CPU-Last im Leerlauf und die Heizung freut sich auch das sie wieder arbeiten darf. Win-Win würde ich sagen!