Platte voll? Frühjahrsputz im Datendschungel!

diskcleanerJe größer die Festplatte wird, desto mehr Müll sammelt sich mit der Zeit, weil man sich, denkt: "Ich hab ja Platz." Wenn dann die Platte doch mal vollläuft, weil man zu faul beschäftigt ist um Daten die man nicht mehr braucht, oder schon auf andere Medien verfrachtet hat, zu löschen. Oft liegen diese Dateien und Ordner dann noch möglichst weit verstreut auf der Platte, damit man sie bloß nicht alle findet, geschweige denn, alle auf einmal löschen kann. Aber da es viele Leute gibt, denen es so geht, und einige davon die Fähigkeit besitzen sehr nette Software-Applikationen zu schreiben, gibt es natürlich diverse Lösungen für unser Problem.

Um Dateien zu löschen, muss man diese natürlich zuerst mal finden:


Speicherfresser erkennen

Mein Tool der Wahl ist Filelight. Unter Ubuntu relativ einfach zu installieren mit sudo apt-get install filelight. Einmal gestartet gibt man oben in der Adressleiste den Ordner ein, in dem man gerne nach großen Dateien oder Ordern suchen will und los gehts. Das ganze wird dann in einer hübschen Kuchen-Grafik dargestellt über die auch weiter in Unterordner gebrowst werden kann. Große Dateien/Ordner werden logischerweise größer dargestellt als kleinere. Alles in allem recht komfortabel und nett anzuschauen.

filelight

Doppelte Dateien finden

fslintFSlint ist hier das Programm meiner Wahl, da es sehr vielseitig und trotzdem noch einigermaßen überschaubar ist. Die Feature Liste ist lang, deshalb nur das wichtigste:

  • Duplikate finden
  • Installierte Pakete nach Größe sortiert auflisten
  • Temporäre Dateien auflisten

und noch vieles mehr. Installiert unter Ubuntu mit sudo apt-get install fslint. Aber Vorsicht, immer mit Bedacht und nicht wahrlos Dateien löschen, die eventuell nochmal wichtig sein könnten, zum Beispiel beim nächsten Systemstart Wink .

Paketverwaltung aufräumen

Auch im Cache der Paketverwaltung von Ubuntu kann sich einiges an Müll ansammeln. Da wären halb heruntergeladene Pakete, bereits installierte Pakete, die noch aus dem Cache gelöscht wurden, automatisch mitinstallierte Abhängigkeiten, die aber nicht mehr benötigt werden, weil das Programm mit dem sie installiert wurden nicht mehr existiert. Dazu gibt es 3 relativ simple Befehle, die da weiterhelfen:

sudo apt-get clean
Sorgt dafür das Pakete die sich nach einer Installation noch in '/var/cache/apt/archives' befinden gelöscht werden.

apt-get autoclean
Befördert nur teilweise heruntergeladene Pakete ('/var/cache/apt/archives/partial') in die ewigen Jagdgründe.

apt-get autoremove
Deinstalliert nicht mehr benötigte Pakete wie z.B. Bibliotheken, die nach einer Programm-Deinstallation liegen geblieben sind.

Außerdem gibt es noch 'deborphan', das denke ich ähnlich wie apt-get autoremove funktioniert (aber ich lass mich da gerne belehren):
Dieses muss zuerst installiert werden mit sudo apt-get install deborphan und wird anschließend aufgerufen um die liegengeliebenen Pakete anzuzeigen:
sudo deborphan
Oder mit der folgenden Befehlskette, um die gefundenen verwaisten Pakete direkt zu deinstallieren:
sudo deborphan | xargs sudo apt-get -y remove --purge

So mein Frühjahrsputz wäre damit erledigt, wie siehts bei euch aus? Wie oft mistet ihr euer System aus? Und vor allem wie und womit?

4 Gedanken zu „Platte voll? Frühjahrsputz im Datendschungel!

  1. scha

    Hallo.

    Die Aussagen zu apt-get autoremove und apt-get autoclean sind meiner Meinung nach nicht Richtig.

    autoclean löscht die Pakete aus dem Cache welche sich nicht mehr in den Repositories befinden, weil sie aus den Repositories entfernt wurden oder eine neuere Version zur Verfügung steht.

    autoremove löscht die Datei welche zur Abhängigkeitsauflösung von einem Programm mit installiert, jetzt aber nicht mehr benötigt werden, weil das Programm mittlerweile wieder gelöscht wurde.

    Das müssten nach meinem Verständnis die richtigen Erklärungen zu den Aufrufen sein.

  2. zero

    Ja, stimmt, wenn man die beiden Befehle vertauscht stimmts wieder, was ich hiermit getan hätte 🙂

    Danke für den Hinweis!

  3. scha

    Nicht dafür.

    Hatte mich gerade selbst mit dem Thema beschäftigt und bin dabei auf deinen Blog gestoßen.

    Der Artikel war trotzdem sehr aufschlussreich und werde jetzt öfter hier vorbei schauen.

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